Spreeufer (Marx-Engels-Forum)
Es sieht schon seit geraumer Zeit ziemlich wild und struppig aus am Marx-Engels-Forum in Mitte und seit einigen Monaten auch am Spreeufer gegenüber des Humboldt Forums.
Wir erinnern uns an die Buddelei für den U-Bahn-Bau. Und was passiert jetzt?
Zunächst einmal wurden über 30 Bäume gefällt. Nicht sehr schön, wenn man an ihre CO₂ speichernde Funktion denkt. Doch die Auftraggeber und Beteiligten beruhigen und schmeißen lächelnd am 23. Juni 2025 den märkischen Sand in die Luft: Spatenstich für einen klimaangepassten Umbau des gesamten Bereiches westlich der Spandauer Straße.
Nach 10 Jahren Planung und Diskussion mit Bürgerinnen und Bürgern ist es endlich soweit: „Die denkmalgeschützten Bereiche des Rathausforums und des Marx-Engels-Forums werden künftig zu einem durchgehenden Freiraumband verbunden, das vom Alexanderplatz bis zur Spree führt.“
So heißt es auf der Website der vom Land Berlin beauftragten Bauherrin und Projektleiterin, die Grün Berlin GmbH (https://gruen-berlin.de/projekte/urbane-freiraeume/rathaus-und-marx-engels-forum/ueber-das-projekt). Deren Geschäftsführer Christoph Schmidt betont, dass klimaresistente Baumarten wie Silberlinde, ungarische Eiche und japanischer Schnurbaum die Verluste wettmachen werden.
Die alten Bäume mussten weichen, weil das Spreeufer Sitzstufen und einen barrierefreien Zugang erhalten soll. Das passiert voraussichtlich 2026, denn es wird erst einmal mit den Folgen des 2. Weltkrieges umzugehen sein: die in Berlin obligatorische Kampfmittelsuche und darauf folgende archäologische Grabungen zur Dokumentation möglicher Häuserfundamente.
Das für die Umgestaltung der 7,2 Hektar Fläche verantwortlich zeichnende Landschaftsarchitekturbüro RMP Stephan Lenzen plant, die Pflasterung innerhalb des Marx-Engels-Denkmals aufzulockern und durch wasserdurchlässiges Rasenfugenpflaster zu begrünen.
Die Spreeuferböschung wird abgeflacht und erhält, wie erwähnt, eine Treppenanlage zum Verweilen. Diese soll durch Pflanzflächen begrünt und mit zusätzlichen Bäumen
beschattet werden. Die Pflanzung von etwa 100 Bäumen auf der gesamten Projektfläche ist geplant. (Wir werden nachzählen 😉 Im Boden eingelassene Wasserdüsen am Spreeufer sollen bei Hitze für Abkühlung sollen. Diese Art von Wasserspiel ist auch im The Center am Potsdamer Platz entstanden und wird, zumindest nach meiner Beobachtung, von kleinen, manchmal auch großen Berlin-Besuchern eifrig genutzt. Es sprang aber auch mal kein Wasser, hoffentlich waren das nur technische Anfangsschwierigkeiten.
Zurück zum „Freiraumband“: Mit dieser Planung ist die Idee der Nachverdichtung, der Wiederherstellung bzw. Markierung im Grundriss von fast 200 abgeräumten Häusern zur DDR-Zeit ad acta gelegt worden. Auch Marx und Engels bleiben erhalten.
Gen Spandauer Straße wurde bereits eine Versickerungsfläche für das Regenwasser von 650 qm ausgehoben. Das entspricht wie am Gendarmenmarkt dem Prinzip der Schwammstadt. An der Rathausstraße soll zudem ein 2300 qm großer inklusive Spielplatz für Kinder von 3 bis 12 Jahren entstehen. Für ältere Jugendliche soll eine weitere „Aufenthaltsfläche“ in der Nähe der Karl-Liebknecht-Straße entstehen. Aber das dauert noch. Das Marx-Engels-Forum bleibt erst einmal eingezäunt, 2027 soll der erste Bauabschnitt am Spreeufer fertiggestellt sein. Das gesamte Gebiet 2030.
Wer seinen Gästen das Projekt zeigen möchte: Es gibt eine „Schaustelle“ an der nordöstlichen Seite der Spandauer Straße.
Hilke Gerdes
September 2025