Tourismus-Tage auf dem Klima-Gipfel

Tourismus-Tage auf dem
Klima-Gipfel in Belém

Am 19. und 20. November 2025 gab es bei der COP 30 in Belém die „Tourismus-Tage“. Zum zweiten Mal in der Geschichte der Klima-Gipfel wurde dieser wichtige Sektor berücksichtigt. 

Das Ziel der beiden Tage war, dass die Teilnehmer durch ein “mutirão” – eine gemeinschaftliche Anstrengung (brasilianisches Portugiesisch) –  konkrete Handlungsanweisungen miteinander teilen, die eine CO2-reduzierte und klimaresiliente Zukunft für den Tourismus voranbringen.

Dazu wurde ausgehend von der schlichten Tatsache, dass der Tourismus auf alle bei der Konferenz besprochenen Themenfelder Einfluss hat, u.a. Reduzierung der Emissionen, Bewahrung von Ökosystemen bis hin zu „Empowerment“ von Frauen und jungen Menschen ein beeindruckendes Programm präsentiert. Hohe Beamte, Manager aus der Privatwirtschaft und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen trafen zu Impuls-Vorträgen und Runde-Tisch-Gesprächen zusammen. Da ging es um „einen Weg zu einer globalen Partnerschaft für verstärktes klimapolitisches Handeln im Tourismussektor“ oder „Tourismus und nachhaltige Energie: in eine grüne Zukunft investieren.“ Oder auch etwas konkreter: Gesetze, Finanzen und Beispiele von Aktionen lokaler Initiativen.

Von Berlin aus ist es natürlich schwierig zu bewerten, was sich auf der COP 30 konkret abgespielt hat. Es wird so gewesen sein wie auf vielen großen internationalen Konferenzen: Man kommt ins Gespräch, kann voneinander lernen und vernetzt sich. Das wäre ja nicht das schlechteste Ergebnis. Aber es gab noch eins: Eine Zeremonie, wo die „Glasgow Declaration. Climate Action in Tourism“ unterzeichnet wurde. Diese Erklärung aus dem Jahr 2021 von UN Tourism  und der UN-Entwicklungsagentur UNEP strebt auch im Tourismus-Bereich die Halbierung der CO2-Emissionen bis 2030, null Emissionen bis 2050 und das 1,5-Grad-Ziel der Pariser Weltklimakonferenz an. Die Deklaration hat übrigens schon über 600 Unterzeichner: Tourismus-Destinationen, NGOs und die Privatwirtschaft – bis hin zu Fluggesellschaften und Flughäfen. 

Außer Spesen nichts gewesen? Wie man das beurteilt, hängt wohl vom eigenen Blick auf die Klimakonferenzen insgesamt ab. Auch Belém hat sich als Tourismus-Ziel präsentiert. Was wohl nicht bei allen Besuchern aus Deutschland so gut angekommen ist.

Gundula Schmidt-Graute

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